Hobbycup 1 – Herren 1. Klasse Ost Zwischen Abstiegssorgen und versöhnlichem Saisonende
Nach nur einem kurzen Gastspiel in der höchsten Hobbyklasse der Bezirksklasse mussten wir im Vorjahr wieder den Weg nach unten antreten. Für diese Saison war der Plan eigentlich simpel: ruhig bleiben, Klasse halten und schauen, was nach oben vielleicht noch geht. Spoiler vorweg: Ruhig wurde es eher selten.
Der Saisonstart gegen Aspach-Wildenau hätte kaum besser laufen können – zumindest auf dem Papier. Eigentlich war alles angerichtet für einen gelungenen Auftakt, doch Tennis wäre nicht Tennis, wenn es nicht anders käme. Chancen gab es genug, am Ende stand aber „nur“ ein 3:3, das sich eher nach „da wäre mehr drin gewesen“ anfühlte und mehr 2 verlorene Punkte als ein gewonnener war.
Runde 2 brachte gleich die nächste Bewährungsprobe: gegen den späteren Meister ASKÖ TC Höhnhart 2. Nach den Einzeln stand es 2:2, alles war offen. Mit den beiden Doppeln hofften wir zumindest auf ein Remis, mit etwas Glück vielleicht sogar auf den Sieg. Doch es kam anders: Das 1er Doppel ging leider klar verloren, das 2. Doppel denkbar knapp im 3. Satz im Champions-Tiebreak mit 8:10. Wieder nichts Zählbares – und erstmals machte sich in manchen Köpfen ein Wort breit, das wir eigentlich ganz schnell ausblenden wollten: erneuter Abstieg.
Mental waren wir zu diesem Zeitpunkt eher auf der Suche nach uns selbst als nach Siegen. Also lautete die neue Taktik frei nach dem Motto von Wührer Josef: Den Ball einmal öfter über das Netz bringen wie der Gegner oder: dem Gegner die Chance geben, einen Fehler zu machen. Das sollte die Zielvorgabe für die nächsten Runden werden.
Am dritten Spieltag wartete das Derby gegen Mauerkirchen – eigentlich genau richtig, um wieder in die Spur zu kommen. Doch ausgerechnet unsere Nummer 1 und 2, sonst eher Punktegaranten, ließen ihre Matches auf fremdem Platz liegen. Damit lag plötzlich noch mehr Druck auf den Schultern unserer Nummer 3 und 4 – und sie hielten stand. Am Ende reichte es jedoch erneut „nur“ zu einem 3:3 Unentschieden. Der erhoffte Befreiungsschlag blieb weiterhin aus.
Auch in Runde vier gegen TC Mining 2 wollte der Knoten nicht platzen. Mining trat mit einer neuen starken Nummer 1 an, während unsere Nummer 1 Christian fehlte. Trotz großem Einsatz stand am Ende wieder ein 3:3 auf dem Papier.
Die Frage lag unausgesprochen in der Luft: Können wir überhaupt noch gewinnen?
Die Antwort folgte zum Glück zum richtigen Zeitpunkt 2 Wochen später. In Runde fünf musste ein Sieg her – und er kam – und wie er kam. Gegen TC St. Peter 2 zeigten wir endlich wieder unser wahres Gesicht und feierten einen klaren 6:0-Auswärtserfolg. Der Bann war gebrochen, das Selbstvertrauen zurück. Und was einmal funktioniert, darf sich gerne wiederholen: Auch in der letzten Runde gegen den vermeintlich stärksten Gegner zu Saisonbeginn den TC Altheim 1 gelang ein überzeugendes 6:0.
Zum Saisonende wurde es dann noch einmal kurios. Das direkte Duell zwischen Aspach-Wildenau und Höhnhart wurde strafverifiziert – Aspach hatte einen nicht spielberechtigten Spieler eingesetzt. Für uns bedeutete das: Platz zwei in der Endtabelle. Während Höhnhart verdient Meister wurde, durften wir uns über ein Saisonende freuen, das vor ein paar Wochen noch kaum jemand erwartet hätte.
Was bleibt, ist eine Saison mit vielen Emotionen, einigen Rückschlägen, aber auch einer starken Reaktion zur richtigen Zeit. Aus anfänglichen Abstiegssorgen wurde am Ende ein mehr als versöhnlicher zweiter Rang – und die Erkenntnis, dass diese Mannschaft auch in schwierigen Phasen zusammenhält.


